„Wir müssen der Bevölkerung nachweisbare Sicherheit geben.“

Nach dem neuerlichen hohen Kerosinablass erneuert Joachim Streit die Forderung nach weiteren Messstellen im ländlichen Raum

MAINZ/EIFEL. Rund 30 Tonnen Treibstoff hat ein Flugzeug am Wochenende – wie der SWR meldete – über dem Raum Cochem/Daun/Gerolstein abgelassen. „Der erneute Fall zeigt, wie dringend es ist, weitere Messstellen einzurichten, um der Bevölkerung die nachweisbare Sicherheit zu geben, dass ein solcher Kerosinablass für Mensch und Natur unbedenklich ist. Ich glaube den Berechnungen des Bundes nicht, sondern erst, wenn ich Zahlen schwarz auf weiß sehe“, so Joachim Streit, Vorsitzender der FREIE WÄHLER-Fraktion im Landtag Rheinland-Pfalz.

Die Fraktion hatte jüngst einen Berichtsantrag zu den Treibstoffablässen durch Flugzeuge in Rheinland-Pfalz gestellt, der von Umweltministerin Katrin Eder im Klimaschutzausschuss so beantwortet worden war: „Ein Einfluss des Kerosinablasses auf bodennahe Luftschichten konnte nicht festgestellt werden.“ Alle Werte lägen im erwartbaren Bereich, die empfindlichen Messgeräte hätten „keine Auffälligkeiten oder erhöhte Konzentrationen an Kohlenwasserstoffverbindungen“ gezeigt. An neun Standorten würden die Immissionskonzentrationen von Kohlenwasserstoffen erfasst. Daneben gebe es landesweit 24 Messstellen, die die Benzol-Grenzwerte überprüfen. Ministerin Eder hält das Messstellennetz im Land für ausreichend. Ein weiterer Ausbau sei nicht erforderlich.

Joachim Streit lässt das nicht ruhen: „Frau Eder verkauft Messstellen in großen Städten als Beweis für die Ungefährlichkeit von Treibstoffablässen im ländlichen Raum. In der Eifel zum Beispiel gibt es keine einzige Messstelle!“ Und gerade dort wurden jetzt die 30 Tonnen Treibstoff abgelassen.

„Messstationen sind kein Luxus! Die Alternative wäre, Deutschland in Raster einzuteilen und den Kerosinabwurf in einer gerechten Verteilung über Deutschland zu steuern. Aber solange es nur über dünnbesiedeltem Gebiet geschieht, werde ich den Eindruck nicht los, dass es nicht so ungefährlich ist, wie man vorgibt“, gibt sich der Fraktionsvorsitzende der FREIEN WÄHLER mit dem Status quo nicht zufrieden. „Wir fordern genauso viele Messpunkte in der Fläche wie es sie in Städten gibt. Wenn die in Not geratenen Flugzeuge schon die Provinz mit ihrem unverbrauchten Treibstoff belasten, dann wollen wir vom Staat wenigstens die Sicherheit haben, dass wir nicht zu Schaden kommen. Auf Lippenbekenntnisse können wir uns hier nicht mehr verlassen!“

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