33. Plenarsitzung – Lisa-Marie Jeckel zu „Schutz für Opfer von sexueller Gewalt – Errichtung von Childhood-Häusern in Rheinland-Pfalz prüfen (Antrag der CDU-Fraktion) – mit Video

Video: Landtag RLP

Wie wir von meinen Vorrednern hören konnten, sind wir uns ja wenigsten in einer Sache einig: Das der Kinderschutz und das Kindeswohl und alle Beteiligten Vereine, Institutionen und Initiativen, welche sich diesen wichtigen Anliegen verschrieben haben, zu unterstützen sind und sie weiter ausgebaut werden sollen.

Nicht nur in anderen EU-Ländern, auch die Erfahrungen in den anderen Bundesländern haben gezeigt, dass alle Beteiligten durch
die Childhood-Häuser gelernt haben besser miteinander zu arbeiten und ihre verschiedenen Schwerpunkte und Sichtweisen ineinander greifen zu lassen.

Die Staatsanwaltschaft in München zum Beispiel war von dem Konzept begeistert, die Organisationen sähen hierin eine erhebliche Verbesserung für den weiteren Ausbau der Arbeit, gerade mit dem Fokus auf das Kindeswohl. Und das Kindeswohl ist es doch, das an erster Stelle stehen sollte? Das Argument, man benötige in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz ein breit aufgestelltes Netz an Prävention und Eingriffsmöglichkeiten ist nicht von der Hand zu weisen. Die bisherigen Strukturen sind noch nicht vollständig ausgebaut und die Potenziale nicht annähernd ausgeschöpft.

Ähm … Warum eigentlich nicht? War das Thema unserer Landesregierung bisher einfach … nicht so wichtig? Frau Stuppy, wie lange sind die Grünen nochmal in Rheinland­Pfalz in der Regierung? Sie sagten, wir sollen keine schnellen Entscheidungen treffen – wie lange genau sollen wir denn noch warten mit einer Entscheidung den Kinderschutz zu verbessern? Nun gut, die Frage, mit der wir uns heute beschäftigen, ist also, ob wir erst einmal die vorhandenen Strukturen ausbauen sollten, bevor wir etwas Neues wagen. Aber warum überhaupt dieses „entweder oder“? Wieso sollten wir nicht beides umsetzen?

Das Argument, ein Childhood-Haus würde für Rheinland­-Pfalz nicht in der Fläche funktionieren ist für mich absolut nicht ausreichend, um den Kindern, denen es hier im Umfeld schon helfen würde, die Hilfe zu versagen! Also Herr Simon, sie fragten nach dem Nutzen; ja, was nützt es, wenigstens den Kindern rund um Mainz schon mal besser helfen zu können als vorher? Ich meine, mal ehrlich, habe ich das richtig verstanden? Eines der Argumente das immer wieder im Raum stand war; nur weil man nicht auf einmal ALLEN Kindern mit so einer großartigen Einrichtung wie einem Childhood-Haus helfen kann, sollten wir lieber … keinem helfen? Überspitzt dargestellt: Also nur, weil man nicht alle Ertrinkende retten kann, rettet man lieber gar keinen? Diese Logik erschließt sich mir nicht. Und ja, man kann mit dem Argument der Finanzierung kommen, dass man das Geld lieber in den flächendeckenden Ausbau stecken sollte.

Aber der erste Schritt für ein noch weiter verbessertes Kindeswohl wird uns doch wirklich sehr leicht gemacht, auch finanziell. Außerdem ist das sowieso Sparen am falschen Ende, wenn man mal eben 1,7 Millionen Euro für eine höchst zweifelhafte App rausschmeißen kann, sollte man wirklich nicht knauserig sein, wenn es um den Schutz unserer Kinder geht!

Die Finanzierung für das erste Haus hier in Mainz wird uns durch die Stiftung und Spenden wirklich leicht gemacht; Räumlichkeiten stehen auch schon zur Verfügung, es muss kein ganzes Gebäude neu errichtet werden. Den ersten Schritt würden wir also sehr leicht unternehmen können. Und beginnt eine Reise nicht immer mit dem ersten Schritt? Das Ziel sollte es NATÜRLICH sein, Flächendeckend das Kindeswohl in Rheinland-Pfalz zu verbessern; und dabei ist die Einrichtung eines ersten Childhood-Hauses ein wichtiger Schritt in die richige Richtung!

Ein weiterer Schritt ist sicherlich auch getan, wenn wir die Maßnahmen aus dem Alternativantrag der Regierungsparteien umsetzen. Ich finde es richtig, die bestehenden Systeme zu stärken, die Maßnahmen zum Kinderschutz, die wir schon haben, zu optimieren. Aber nochmal; Wir können es besser machen als nur das. Es muss kein entweder-oder sein. Das eine schließt das andere nicht aus, vielmehr müssen wir die Systeme miteinander verzahnen. Childhood-Häuser würden dabei eine Ergänzung und Weiterentwicklung der schon bestehenden Strukturen sein. Die FREIE WÄHLER Landtagsfraktion sieht in den Häusern eine Komplettierung, eine Erweiterung und keine Konkurrenz zum bisherigen System.

Wieso sollte man nicht die Kompetenzen an einem Ort bündeln? Wieso nicht das Kindeswohl voranstellen und Zeit und Aufwand für alle Beteiligten einsparen und zugleich -was doch das allerwichtigste Argument FÜR die Childhood­Häuser ist – für die Betroffenen, für unsere Kinder, die Gefahren einer Re-Traumatisierung reduzieren? Also, ein Childhood-Haus in Mainz; wir haben die Räume, die Finanzierung steht großteils, der Wille zum Kinderschutz ist da, was hält uns auf? Politische Machtspielchen? Oder wieso sollten wir uns nicht für eine Verbesserung des Kindeswohls in Rheinland-Pfalz einsetzen – mit einem bereits etablierten System, welches in mehr und mehr anderen Bundesländern bereits äußerst erfolgreich Einzug hält.

Alle Beteiligten an einen Tisch bringen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen, einen gemeinsame Ort schaffen wo sie gemeinsam als Partner auf ihr gemeinsames Ziel hinstreben können – klingt für uns FREIE WÄHLER nach einer guten Sache. Und das eine schließt das andere nicht aus! Wir unterstützen daher neben dem gestern eingegangen Alternativantrag natürlich auch vorallem den Antrag der CDU ausdrücklich, und fordern die anderen Fraktionen dazu auf, sich der gemeinsamen Sache anzuschließen und das Kindeswohl in Rheinland-Pfalz an erste Stelle zu setzen. Ich bitte Sie. Es dient dem Schutz unserer Kinder.

Es gilt das gesprochene Wort.

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